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Anwälte und Gerichte mit hohem Arbeitspensum vor der neuen DEL-Saison
Aktuelle Schlagzeilen verursachen reichlich Kopfschmerzen.
Carsten Van Zanten
Jul 14, 2010 - 12:02:18 AM
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GERMANY – In einer idealen Welt würden die deutschen Eishockey-Fans derzeit in Erinnerungen an eine höchst unterhaltsame zurückliegende Saison denken. In einem äußerst überraschenden DEL-Finale schlugen die Hannover Scorpions die Augsburg Panther und krönten damit ihre beeindruckende Aufholjagd vom letzten Platz, den sie im November innehielten. Ein weiteres Highlight stellte die Heim-WM dar, die mit 77.803 Fans beim Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und den USA in der Arena auf Schalke nicht nur einen neuen Zuschauer-Weltrekord aufstellte. Vielmehr begeisterte die Heimmannschaft mit spektakulären Auftritten, die sie fast bis ins Finale führten. In der Vorschlussrunde unterlag man dem scheinbar übermächtigen Gegner Russland denkbar knapp mit 1-2 (Pavel Datsyuks Siegtreffer fiel erst 1.50 Minuten vor dem Ende).

Es schien fast wie ein Traum – und verwandelte sich nur wenige Tage später in einen Albtraum. Um en detail zu verstehen, was in den vergangenen Wochen vor sich ging, müsste man Anwalt sein. Aktueller Stand ist, dass die Liga die Frankfurt Lions und die Kassel Huskies wegen finanzieller Probleme vom Spielbetrieb der bevorstehenden Saison ausgeschlossen hat. Während die Löwen diese Entscheidung verhältnismäßig gefasst aufnahm, kämpfen die Schlittenhunde mit allen Mitteln um ihren Verbleib in der DEL.


Angeführt von ihrem erst kürzlich ins Amt gekommenen Geschäftsführer, dem Rechtsanwalt Dr. Fritz Westhelle, haben die sie einstweilige Verfügungen erwirkt und weiter juristische Maßnahmen angedroht, falls sie nicht zum Spielbetrieb der kommenden Saison zugelassen werden sollten. Durch ihre eher aggressive Vorgehensweise und der Verweigerung gegenüber jedwedem Kompromissvorschlags hat sich Kassel die gesamte Gemeinschaft der DEL zum Feind gemacht. In einem offenen Brief ließen alle anderen Teams (darunter auch Neu-Mitglied EHC München, amtierender Meister der 2. Liga) keinen Zweifel an ihrer Verurteilung des Kasselaner Vorgehens und ihrer uneingeschränkten Zustimmung zur Haltung der Liga.


Die Zeit wird langsam knapp, sodass von folgendem Szenario auszugehen ist: Kassel wird wohl das Recht zugestanden werden müssen, in die neue Spielzeit zu starten – nur um unverzüglich ausgeschlossen zu werden, sobald die Angelegenheit endgültig geklärt ist und die Liga die Chance dazu hat. Insgesamt präsentiert sich die Situation einer professionellen Liga wie der DEL und dem Eishockey-Sport im Allgemeinen mehr aus unwürdig. Weitere negative Schlagzeilen werden mit Sicherheit folgen.


Contact: carsten.vanzanten@prohockeynews.com

 

 



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